“Korrigierter” Armutsbericht und fette Deutsche
Donnerstag, 26. Juni 2008Damit die Koalition dem vom Arbeitsminister Scholz vorgelegten Armutsbericht zustimmt, musste er überarbeitet (meint abgeschwächt) werden. Wie muss ich mir das vorstellen?
Frage: “Gibt es so viele arme Menschen in Deutschland, dass wir uns kümmern müssen?”
Antwort: “Ja.”
Dann: “Aber das darf man doch nicht laut sagen.”
Und: “Nein, so schlimm kann es nicht sein. Änder’ den Bericht!”
Zuletzt: “So is’ fein.”
Ob das den Familien hilft, deren Abendessen aus TK-Pizzen besteht, weil sie sich nicht mehr leisten können?
Die Deutschen sind zu fett. Eins vorab: mir ist das egal. Der Dicke, der kaum 3 Minuten zu Fuss laufen kann, muss ebenso damit klarkommen, wie der Raucher, der morgens die halbe Lunge ins Waschbecken spuckt und der Raser, der 18 Punkte in Flensburg hat, sich aber immer noch fragt, was er falsch macht.
Nur zeigen die Massnahmen der Regierung wieder einmal deutlich, was dabei herauskommt, wenn man mit der Wirtschaft ins Bett steigt: ein Larifari-Ernährungsprogramm, das zielsicher alles vermeidet, was sinnvoll wäre. Es wird keine strengeren Vorschriften geben, keine Kennzeichnung von Lebensmitteln, keine Werbeverbote.
Und euch soll ich ernst nehmen?